Zeitzeugenberichte über Flucht und Vertreibung

Zeitzeugenberichte über Flucht und Vertreibung

An dieser Stelle wollen wir Ihnen Zeitzeugenberichte über Flucht und Vertreibung aus den historischen deutschen Ostprovinzen und aus den Siedlungsgebieten der Deutschen im Osten vorstellen. Es handelt sich dabei um persönlich erlebte Geschichte, die als Lebensgeschichte, Tagebücher, Reiseberichte und Fluchtberichte vorliegen. Das Archiv des Bundes der Vertriebenen umfasst einige Hundert solcher Berichte von Flüchtlingen, Vertriebenen, Spätaussiedlern und Aussiedlern aus ganz unterschiedlichen Quellen. Sie wurden dem BdV von Nachfahren, von Sammlern solcher Berichte oder auch von den Betroffenen zur Verfügung gestellt.  

Im Rahmen eines Projekts sollen sie der interessierten Öffentlichkeit und der Wissenschaft nach und nach zugänglich gemacht werden. Die einzelnen Zeitzeugenberichte sind nur sehr behutsam editiert worden, um das Erleben und Empfinden der Betroffenen unverfälscht wiederzugeben. In Einzelfällen sind gekennzeichnete Kürzungen vorgenommen worden. Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährlisten, gliedert sich die Datenbank in drei Bereiche:

  1. Alltagserleben in den Herkunftsgebieten
     
  2. Erlebnisse bei Flucht und Vertreibung
     
  3. Ankunft und Aufnahme im Westen
     

Einzelne - sehr lange - Berichte wurden dafür in diese drei Bereiche unterteilt, jeder Einzelteil enthält jedoch Links zu den anderen Teilen, sondern dass auch eine zusammenhängende Lektüre möglich ist. Die Teile 1. und 2. sind zusätzlich jeweils nach Herkunftsgebieten untergliedert. In allen Berichte wurden die Eigennamen pseudonymisiert.   

Die unbeeinflusste Darstellung persönlicher Geschichte ist als sogenannte "oral history" zu einer Methode der Geschichtswissenschaft geworden, die auf dem Sprechen-/Schreibenlassen von Zeitzeugen basiert. Diese Zeitzeugen berichten persönliche Erfahrungen und lebensgeschichtliche Erinnerungen aus ihrer eigenen Erlebniswelt, die häufig auch Emotionen und Standpunkte beinhalten. Insbesondere bei einem mit starken Emotionen und häufig traumatischen Erfahrungen belasteten Thema wie Flucht und Vertreibung, dauerhafter Heimatverlust, Heimweh und Neuanfang in einer häufig ablehnenden neuen Umgebung sind subjektive Gefühle und Empfindungen eine wichtige Quelle, auch für die Arbeit des Historikers. Zugleich sollen diese Berichte aber auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um das Schicksal der Betroffenen im nationalen Gedächtnis zu implementieren. Den Flüchtlingen und Vertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern soll mit dieser Veröffentlichung zugleich ein Denkmal gesetzt werden. 

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