Klaus Hänsch wusste aus eigenem Erleben, was der Verlust von Heimat bedeutet. 1938 im schlesischen Sprottau geboren, musste er 1945 mit seiner Familie Schlesien verlassen. Diese Erfahrung prägte ihn, ohne dass sie je zur Abgrenzung gegenüber den östlichen Nachbarn Deutschlands führte. Versöhnung und europäische Verständigung wurden vielmehr zu Leitmotiven seines politischen Lebens.
Von 1979 bis 2009 gehörte der Sozialdemokrat dem Europäischen Parlament an, von 1994 bis 1997 war er dessen Präsident. Dem ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN war Klaus Hänsch über viele Jahre eng verbunden. Bereits 2003 gehörte er der Jury des erstmals vergebenen Franz-Werfel-Menschenrechtspreises an und wirkte dort über viele Jahre mit. 2014 hielt er in der Frankfurter Paulskirche die Laudatio auf den Preisträger Rick Ostermann und dessen Film „Wolfskinder“.
Dass Klaus Hänsch im Jahr 2000 zum Ehrenbürger seiner heute polnischen Geburtsstadt Sprottau ernannt wurde, steht sinnbildlich für sein Leben: die eigene Herkunft und das erlittene Schicksal nicht zu vergessen und zugleich die Hand zur Verständigung auszustrecken.
Das ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN wird Klaus Hänsch in dankbarer Erinnerung behalten.

