ZgV - Zentrum gegen Vertreibung
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04.05.2017 10:49 Alter: 53 days
Kategorie: Aktuelles

Ein guter Tag für Serbien und die Donauschwaben

Gedenkort für die Donauschwaben in Jarek/Bački Jarak wird eröffnet


Zur feierlichen Einweihung der Gedenkstätte für donauschwäbische Opfer am Ende des Zweiten Weltkrieges in Jarek/Bački Jarak (Serbien) am 6. Mai 2017 erklärt die Vorsitzende der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen (ZgV), Erika Steinbach MdB:

 

Der 6. Mai 2017 ist ein guter Tag sowohl für die Donauschwaben als auch für Serbien. Nach jahrelangen Bemühungen seitens der Donauschwaben  wird endlich ein offizieller Erinnerungsort für die von Titos Partisanen gegen Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg internierten und ermordeten Donauschwaben eingeweiht. Etwa 7000 Zivilisten fanden allein an diesem Ort wegen ihrer deutschen Nationalität den Tod. In den zehn jugoslawischen Todeslagern kamen insgesamt 60.000 Deutsche um.

 

Serbien zeigt sich mit dieser Einweihung als ein Land, das auch zu den dunklen Kapiteln seiner Geschichte steht, das das Leid der Opfer anerkennt und das den noch lebenden Zeitzeugen und den von den Traumata der Eltern gezeichneten Kindern und Enkeln mit einem Ort des Gedenkens und der Mahnung Linderung verschaffen will.

 

Das ZgV begrüßt solche Initiativen. Die Auseinandersetzung mit Vertreibungen und anderen, in diesem Zusammenhang begangenen Verbrechen leitet oft ein Umdenken ein, an dessen Ende eine deutliche Absage an die unsägliche These von der Kollektivschuld und an die politische Rechtfertigung solcher Vorgänge steht. So hat z.B. Ungarn 2012 einen nationalen Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen ins Leben gerufen und erinnert seitdem regelmäßig an das Unrecht der Vertreibungen.

 

Es ist gut, dass bei der Einweihung neben Vertretern beider Regierungen und hochrangigen Diplomaten, Vertretern der Landsmannschaft der Donauschwaben und der deutschen Volksgruppe in Serbien auch ein Zeitzeuge sprechen wird. Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch hat das ebenso grauenhafte jugoslawische Lager Gakowa am eigenen Leib erfahren und Teile seiner Familie dort sterben sehen. Trotzdem hat er sich stets für die Versöhnung mit Jugoslawien und später Serbien eingesetzt.

 

Besonders freue ich mich, dass mit der Einweihung die jahrelangen Bemühungen auch der Landsmannschaft der Donauschwaben in Deutschland einen guten Abschluss finden.

 

Das ZgV wird in Erinnerung und Mahnung dem düsteren Nachkriegsgeschehen im Osten Europas und in den Weiten Russlands  seine nächste Ausstellung widmen und das Schicksal der Deutschen in Arbeits- und Vernichtungslagern beleuchten.