ZgV - Zentrum gegen Vertreibung
< Großes Interesse an „Orte, die es nicht mehr gibt“
03.02.2017 08:05 Alter: 230 days
Kategorie: Aktuelles

Die Wanderausstellungen der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN - Eine 10-jährige Erfolgsgeschichte


Erika Steinbach, Vorsitzende der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen dazu:

 

Die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen hat eine beeindruckende Erfolgsbilanz für die vergangenen 10 Jahre vorzuweisen. Die historisch und gesellschaftspolitisch ausgerichteten Ausstellungsteile der unter dem Gesamttitel „Heimatweh“ zusammengefassten Themen wurden in den vergangenen 10 Jahren an mehr als 70 Orten in Deutschland gezeigt. Auch 2017 werden diese Ausstellungen, ergänzt um den neuen Teil „Verschwunden - Orte, die es nicht mehr gibt“ im gesamten Bundesgebiet unterwegs sein.

 

Besonders beliebt ist die älteste der Ausstellungen, „Erzwungene Wege - Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts“ - erstmals 2006 gezeigt - . In der Schau werden sowohl gemeinsame als auch unterschiedliche Ursachen, Auswirkungen und Folgen von Vertreibungen unterschiedlicher Völker thematisiert. Beginnend mit dem Völkermord an den Armeniern im Jahre 1915 über die Vertreibung der Juden in Deutschland ab 1933 bis hin zur Vertreibung der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges und den Kriegen um das zerfallende Jugoslawien in den Jahren um 1990 zeigt die Ausstellung in Bildern und Texten menschliche Tragödien, kulturelle Verluste und betreibt politische Ursachenforschung. Die „Erzwungenen Wege“ gastierten an 33 Stationen, an so repräsentativen Orten, wie der der Frankfurter Paulskirche, im Thüringer Landtag, aber auch in Museen und in vielen Rathäusern bundesweit.

 

In einem großen Bogen umreißt der 2009 erstellte zweite Ausstellungsteil „Die Gerufenen“ eine Zeitspanne von 800 Jahren und zeigt die weitgehend unbekannte Heimat der deutschen Volksgruppen außerhalb des Reiches mit ihrer Auswanderungs- und Siedlungsgeschichte und das deutsche Leben in Mittel- und Osteuropa. Geographisch gelangt halb Europa in den Blick: von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und vom Böhmerwald bis zum Kaukasus. Es werden Siedlungsgebiete vorgestellt, in denen Deutsche gemeinsam mit anderen Völkern lebten und die nicht zum 1871 gegründeten Deutschen Reich gehörten. „Die Gerufenen“ wanderten zu 13 Ausstellungsorten und waren u.a. im Sächsischen Landtag, im Stuttgarter Rathaus und im Siegburger Kreishaus.

 

Im dritten Ausstellungsteil „Angekommen" wird die Integration der deutschen Vertriebenen und Aussiedler seit 1945 von der Ankunft, über die ersten Jahre, durch die Wirtschaftswunderzeit bis hin zur Gegenwart beleuchtet. Die Schau, 2012 erstmals im Paul-Löbe-Haus in Berlin gezeigt, war an 20 Orten unterwegs, so im Landtag von Sachsen-Anhalt, in der Martin-Opitz Bibliothek in Herne, im Stadtmuseum Pforzheim, im Rathaus Bremen und im Bundesarchiv in Bayreuth.

 

Die komplette Trilogie gastiert im Saalbau Bornheim, Frankfurt/M, im Oberschlesischen Landesmuseum Ratingen, im Bayerischen Heimatministerium in Nürnberg und in Berlin.

 

Die 2016 neu konzipierte und im Berliner Kronprinzenpalais erstmal präsentierte Ausstellung „Verschwunden - Orte, die es nicht mehr gibt“ widmet sich dem Thema der verschwundenen Spuren deutschen Lebens in den Gebieten, die bis zur Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges von Deutschen besiedelt waren. Die Ausstellung ist nach den Ursachen des Verschwindens konzipiert und wird durch Vorher-Nachher-Bilder visualisiert. Auch Filmbeiträge sind in die Ausstellung integriert.

 

Die Text- und Bildausstellungen werden einzeln oder als Gesamtschau öffentlich in Rathäusern, Bibliotheken und Museen gezeigt und bieten dem interessierten Publikum auch interaktiven Zugang zu einem gesamtdeutschen Thema. In Museen werden museumspädagogische Begleitveranstaltungen angeboten und symbolhaltige Exponate zur Veranschaulichung des Themas ausgestellt. Als Einstieg oder Ergänzung zum Geschichts- bzw. Gesellschaftskundeunterricht sind die Ausstellungen bestens geeignet. Sie bieten aber auch Menschen, die bisher wenig Zugang zu diesem Kapitel deutscher Geschichte hatten, einen Exkurs zum Thema Heimat, Heimatverlust durch Vertreibungen unterschiedlichster Art und zum mühsamen Neuanfang in einer abwehrenden, oft gar feindseligen Umgebung.

 

An einigen Stationen werden zusätzlich Begleitveranstaltungen angeboten, die das Thema vertiefen bzw. durch Zeitzeugengespräche auf das individuelle Schicksal herunterbrechen, veranschaulichen und dem Thema auch ein Gesicht geben. Informationen zu den Inhalten, zu den Stationen und Terminen in 2017 sind abrufbar unter http://bit.ly/2jQsYUk . Die Ausstellungen werden von Bund der Vertriebenen mit Förderung des Bundesministeriums des Innern gezeigt und können von interessierten Stellen gebucht werden.