ZgV - Zentrum gegen Vertreibung
< Stadt Paffenhofen a.d. Ilm wird Pate des ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN
30.08.2011 15:22 Alter: 6 yrs
Kategorie: Aktuelles

Die Wanderausstellung "Erzwungene Wege Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts"


macht im Jahr 2011 erste Station im

Donauschwäbischen Zentralmuseum
Schillerstraße 1
89077 Ulm

Ausstellungsdauer:

vom 28. Januar bis zum 13. März 2011

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 11.00 - 17.00 Uhr
Eintritt: 3,50 €
Ermäßigt: 2,50 €

Begleitveranstaltungen:

Sonntag, 27. Februar 15.00 – 17.00 Uhr
Auf Zeitreise mit Zeitzeugen
Ein Zeitzeugencafé zum Thema Flucht und Vertreibung
moderiert von Dr. Janina Rozalowska-Pak und Ludwig Franz Pak

An folgenden Sonntagen jeweils um 14.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Ausstellung
31. Januar, 13. Februar, 27. Februar, 13. März

Museumspädagogisches Angebot für Schulklassen
Geflüchtet – verstoßen, vertrieben
Workshop zur Ausstellung
Termine nach Vereinbarung

Weitere Stationen:

Pfullendorf im Landkreis Sigmaringen,
in der städt. Galerie "Alter Löwen"
vom 08. April - 05. Juni 2011
Öffnungszeiten:
Di. und Sa. 15.00 - 18.00 Uhr
Eintritt: frei

Siegburg
im Kreishaus
vom 29. August - 29. September 2011
Öffnungszeiten:
Mo. 7.00 - 18.00 Uhr
Di. bis Do. 7.00 - 17.00 Uhr
Fr. 7.00 - 12.30 Uhr
Eintritt: frei

Information zur Ausstellung

Die Ausstellung zeigt Schicksale von Flucht und Vertreibung und durchmisst zeitlich und räumlich das Europa des 20. Jahrhunderts. Eine chronologische Linie bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Flucht, Vertreibung und Genozid im 20. Jahrhundert. Diese Ereignisse werden jeweils in ihrem historischen Kontext behandelt. Neben den menschlichen Tragödien werden auch die kulturellen Verluste dargestellt. Zeitzeugenberichte reflektieren europäische Einzelschicksale.

Als Hauptursache für Vertreibungen ethnischer Gruppen und Minderheiten gilt vor allem die Idee des ethnisch homogenen Nationalstaates. Menschen wurden auf den Weg gezwungen oder vernichtet, weil sich Staaten davon eine Frieden fördernde Wirkung versprachen oder weil diese Gruppen gewaltsamen Hegemonialansprüchen im Weg standen. Rassismus und Antisemitismus waren unabhängig vom Nationalismus eigene Motive für Vertreibung und Vernichtung.

Die unterschiedlichen Beweggründe und Rahmenbedingungen für Vertreibungen werden am Beispiel folgender Schicksale sichtbar gemacht:

1915/1916
Der Völkermord an den Armeniern

1922/23
Vertreibung, Massaker und nachträgliche völkerrechtliche Legitimierung von "Bevölkerungsaustausch": Der Lausanner Vertrag und die Folgen für Griechen und Türken

Ab 1933
Die Vertreibung der Juden Europas als "Baustein des Holocaust"

1939/40 bis 1944/47
Die Umsiedlung der West-Karelier

1939 bis 1949
Zwangsumsiedlungen, Vertreibungen und Deportationen der Deutschen in der Sowjetunion, der Polen, Balten und Ukrainer

1945 bis 1946
Die Vertreibung der Ungarn aus der Tschechoslowakei

1944 bis 1946/48
Die Vertreibung und Verschleppung der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs

1944 ff.
Die Vertreibung der Italiener aus Jugoslawien

1963/1964 und 1974
Vertreibungen als Folge des Zypern-Konfliktes

1990er Jahre
Kriege und Vertreibungen im ehemaligen Jugoslawien: Das Beispiel Bosnien und Herzegowina

Ausstellungskonzeption und Realisierung: Katharina Klotz, Doris Müller-Toovey (Klotz/Müller-Toovey GbR, Berlin) und Wilfried Rogasch.

Veranstalter: Bund der Vertriebenen in Zusammenarbeit mit der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN.