ZgV - Zentrum gegen Vertreibung
< Die Wanderaustellung "Erzwungene Wege Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts" kommt in die Landeshauptstadt Stuttgart
05.03.2009 15:04 Alter: 9 yrs
Kategorie: Aktuelles

Die Wanderausstellung "Erzwungene Wege Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts"


Termine und Stationen im Jahr 2009

Die erste Station ist

Nürnberg
Museum Industriekultur,
Äußere Sulbacher Str. 62,
90491 Nürnberg

vom 13. März bis zum 19. April 2009

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 9.00 - 17.00 Uhr
Samstag – Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr
Museumseintritt: 5,-- €

Weitere Stationen:

Erfurt

vom 29. April bis zum 7. Juni 2009
im Thüringer Landtag
Jürgen-Fuchs-Str. 1
(gegenüber Beethovenpark),
99096 Erfurt

Recklinghausen
vom 17. August bis zum 18. Oktober 2009
im Vestischen Museum zu Recklinghausen
Hohenzollnerstr. 12,
45659 Recklinghausen

Hannover
vom 3. November bis zum 29. November 2009
im Rathaus Hannover
Trammplatz 2,
30159 Hannover
Achtung: Diese Station entfällt

Information zur Ausstellung

Die Ausstellung zeigt Schicksale von Flucht und Vertreibung und durchmisst zeitlich und räumlich das Europa des 20. Jahrhunderts. Eine chronologische Linie bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Flucht, Vertreibung und Genozid im 20. Jahrhundert. Diese Ereignisse werden jeweils in ihrem historischen Kontext behandelt. Neben den menschlichen Tragödien werden auch die kulturellen Verluste dargestellt. Zeitzeugenberichte reflektieren europäische Einzelschicksale.

Als Hauptursache für Vertreibungen ethnischer Gruppen und Minderheiten gilt vor allem die Idee des ethnisch homogenen Nationalstaates. Menschen wurden auf den Weg gezwungen oder vernichtet, weil sich Staaten davon eine Frieden fördernde Wirkung versprachen oder weil diese Gruppen gewaltsamen Hegemonialansprüchen im Weg standen. Rassismus und Antisemitismus waren unabhängig vom Nationalismus eigene Motive für Vertreibung und Vernichtung.

Die unterschiedlichen Beweggründe und Rahmenbedingungen für Vertreibungen werden am Beispiel folgender Schicksale sichtbar gemacht:

1915/1916
Der Völkermord an den Armeniern

1922/23
Vertreibung, Massaker und nachträgliche völkerrechtliche Legitimierung von "Bevölkerungsaustausch": Der Lausanner Vertrag und die Folgen für Griechen und Türken

Ab 1933
Die Vertreibung der Juden Europas als "Baustein des Holocaust"

1939/40 bis 1944/47
Die Umsiedlung der West-Karelier

1939 bis 1949
Zwangsumsiedlungen, Vertreibungen und Deportationen der Polen, der Balten und der Ukrainer

1945 bis 1946
Die Vertreibung der Ungarn aus der Tschechoslowakei

1944 bis 1946/48
Die Vertreibung und Verschleppung der Deutschen am Ende des Zweiten Welt-kriegs

1944 ff.
Die Vertreibung der Italiener aus Jugoslawien

1963/1964 und 1974
Vertreibungen als Folge des Zypern-Konfliktes

1990er Jahre
Kriege und Vertreibungen im ehemaligen Jugoslawien: Das Beispiel Bosnien und Herzegowina

Ausstellungskonzeption und Realisierung: Katharina Klotz, Doris Müller-Toovey (Klotz/Müller-Toovey GbR, Berlin) und Wilfried Rogasch.

Veranstalter: Bund der Vertriebenen in Zusammenarbeit mit der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN.