ZgV - Zentrum gegen Vertreibung
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15.05.2008 14:59 Alter: 11 yrs
Kategorie: Aktuelles

Die Wanderaustellung "Erzwungene Wege Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts" kommt in die Landeshauptstadt Stuttgart


Die Ausstellung wird vom 20. Mai bis zum 30. Juni 2008
im Rathaus Stuttgart zu sehen sein.
Eintritt frei
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 8.00 – 18.00 Uhr

Sie entspricht in modifizierter Form der Ausstellung, die 2006 für drei Monate, mit großem Erfolg im Kronprinzenpalais in Berlin gezeigt wurde.

Nach Frankfurt, München und Düsseldorf ist die Landeshauptstadt Stuttgart die vierte Station in einem weiteren Bundesland. Ganz besonders freuen wir uns über das Interesse vieler Schulklassen an diesem Thema von universeller Bedeutung.

Im Begleitprogramm der Ausstellung findet sich folgende Vortragsreihe:

Donnerstag, 05.06.2008, 18.00 Uhr
Prof. Dr. Manfred Kittel
Vertreibung oder politische Säuberung? Deutschsprachige Minderheiten in Ost und Westeuropa 1945

Donnerstag, 12.06.2008, 18.00 Uhr
Helga Hirsch
Schweres Gepäck. Psychische Folgen von Flucht und Vertreibung

Donnerstag, 19.06.2008, 18.00 Uhr
Dr. Andreas Kossert
Kalte Heimat. Die deutschen Vertriebenen nach 1945

Montag, 23.06.2008, 18.00 Uhr Dr. Alfred Eisfeld
Das Schicksal der Deutschen aus Russland

Die Vorträge finden statt im Rathaus Stuttgart, Mittlerer Saal, 4. OG.

Information zur Ausstellung

Die Ausstellung zeigt Schicksale von Flucht und Vertreibung und durchmisst zeitlich und räumlich das Europa des 20. Jahrhunderts. Eine chronologische Linie bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Flucht, Vertreibung und Genozid im 20. Jahrhundert. Diese Ereignisse werden jeweils in ihrem historischen Kontext behandelt. Neben den menschlichen Tragödien werden auch die kulturellen Verluste dargestellt. Zeitzeugenberichte reflektieren europäische Einzelschicksale.

Als Hauptursache für Vertreibungen ethnischer Gruppen und Minderheiten gilt vor allem die Idee des ethnisch homogenen Nationalstaates. Menschen wurden auf den Weg gezwungen oder vernichtet, weil sich Staaten davon eine Frieden fördernde Wirkung versprachen oder weil diese Gruppen gewaltsamen Hegemonialansprüchen im Weg standen. Rassismus und Antisemitismus waren unabhängig vom Nationalismus eigene Motive für Vertreibung und Vernichtung.

Die unterschiedlichen Beweggründe und Rahmenbedingungen für Vertreibungen werden am Beispiel folgender Schicksale sichtbar gemacht:

1915/1916
Der Völkermord an den Armeniern

1922/23
Vertreibung, Massaker und nachträgliche völkerrechtliche Legitimierung von "Bevölkerungsaustausch": Der Lausanner Vertrag und die Folgen für Griechen und Türken

Ab 1933
Die Vertreibung der Juden Europas als "Baustein des Holocaust"

1939/40 bis 1944/47
Die Umsiedlung der West-Karelier

1939 bis 1949
Zwangsumsiedlungen, Vertreibungen und Deportationen der Polen, der Balten und der Ukrainer

1945 bis 1946
Die Vertreibung der Ungarn aus der Tschechoslowakei

1944 bis 1946/48
Die Vertreibung und Verschleppung der Deutschen am Ende des Zweiten Welt-kriegs

1944 ff.
Die Vertreibung der Italiener aus Jugoslawien

1963/1964 und 1974
Vertreibungen als Folge des Zypern-Konfliktes

1990er Jahre
Kriege und Vertreibungen im ehemaligen Jugoslawien: Das Beispiel Bosnien und Herzegowina

Ausstellungskonzeption und Realisierung: Katharina Klotz, Doris Müller-Toovey (Klotz/Müller-Toovey GbR, Berlin) und Wilfried Rogasch.

Veranstalter: Bund der Vertriebenen in Zusammenarbeit mit der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN.