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ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN (ZgV) verleiht Franz-Werfel-Menschenrechtspreis an Bischof Dr. Franjo Komarica

Der kroatische Bischof von Banja Luka in Bosnien-Herzegowina, Dr. Franjo Komarica, wird mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN des Jahres 2005 ausgezeichnet. Die Jury der Stiftung hat die Entscheidung einstimmig getroffen.

Das ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN würdigt damit einen mutigen Mann, der in den Schrecknissen der "ethnischen Säuberungen" in Bosnien-Herzegowina zu einer moralischen Instanz geworden ist. Er war seit Ausbruch des Krieges in Bosnien und Herzegowina im Jahre 1992 Anwalt für Menschenwürde und Menschenrechte und international gehörte Stimme der Rechtlosen. Er setzte sich für Katholiken, Muslime und Orthodoxe gleichermaßen ein.

Vor Ausbruch des Krieges war die Region um Banja Luka in Nordbosnien ein multiethnisches Gebiet. In der Diözese von Bischof Komarica kam es während des Krieges zur Zerstörung und schweren Beschädigung von 98 % der Kirchen und Klöster – obwohl es dort nie zu Kampfhandlungen kam. Priester und Ordensleute wurden gefoltert oder umgebracht. Fast 95 % der katholischen Bevölkerung fielen "ethnischen Säuberungen" zum Opfer und wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Von den insgesamt 220.000 aus Bosnien vertriebenen Katholiken sind erst einige Tausend zurückgekehrt.

Bischof Komarica hat in den schwierigen Kriegsjahren niemals Position gegen eine Volksgruppe bezogen, sondern er hat sein Haus für Menschen in Not geöffnet, ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihrer Religion. In unzähligen Briefen hat er sich an die mächtigen Politiker der Welt gewandt und auch die Unterzeichner des Friedensvertrages von Dayton auf die aus dem Papier resultierenden neuen Ungerechtigkeiten hingewiesen. Unermüdlich setzt sich Bischof Komarica auch heute noch für den interreligiösen Dialog ein.

Bischof Komarica, geb. 1946 in Banja Luka (Bosnien-Herzegowina), hat Theologie u. a. in Innsbruck studiert und wurde 1985 zum Bischof seiner Heimatstadt geweiht. Als Vertreter Jugoslawiens war Bischof Komarica lange Zeit das jüngste Mitglied der Bischofskonferenz in Rom. Er ist Präsident der Bosnischen Bischofskonferenz.

Die Preisverleihung findet am 25. Juni 2005 in der Frankfurter Paulskirche statt. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert.

Der Franz-Werfel-Menschenrechtspreis

Mit der Verleihung des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises setzt das ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN einen Auftrag seiner Satzung um. Dieser Preis wird an Einzelpersonen, Initiativen oder Gruppen verliehen, die sich gegen die Verletzung von Menschenrechten durch Völkermord, Vertreibung und die bewusste Zerstörung nationaler, ethnischer, rassischer oder religiöser Gruppen gewandt haben. Insofern nimmt der Preis das 4. Haager Abkommen von 1907, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte von 1966, die Entschliessung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen von 1998, aber auch die Schlussfolgerungen der Tagung des Europäischen Rates der Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen von 1993 und andere Äusserungen der Europäischen Union zur Grundlage. Wer im Sinne der genannten Dokumente beispielgebende politische, künstlerische, philosophische oder praktische Leistungen erbracht hat, kann mit diesem alle zwei Jahre zu vergebenden Preis geehrt werden. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert.

Die Auszeichnung ist benannt nach dem großen Schriftsteller Franz Werfel (1890 – 1945), der mit seinem in der ganzen Welt diskutierten Roman "Die 40 Tage des Musa Dagh" die Vertreibung der Armenier aus der Türkei und den Genozid an den Armeniern eindringlich, wirkungsvoll und mit großer künstlerischer Gestaltungskraft dargestellt hat. Der große jüdi-sche Lyriker und Romancier Franz Werfel ist auch in seinem persönlichen Leben ein sprechendes Beispiel für das Schicksal der Vertreibung. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus der preußischen Dichterakademie ausgeschlossen. 1938 musste er nach Frankreich flüchten. Von dort entkam er in abenteuerlicher Flucht über die Pyrenäen. 1940 kam er von Portugal aus nach Amerika, wo er bis zu seinem Tod 1945 in Beverley Hills lebte. Die Erbin Franz Werfels, Marina Mahler, hat dem ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN die Benutzung des Namens mit Brief vom 17.1.2002 gestattet.

Der Franz-Werfel-Menschenrechtspreis zeigt, von welchem Geist das ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN getragen wird: Wir wollen die Ächtung von Vertreibung. Dies sehen wir als europäisches Projekt, aber durchaus mit weltweitem Fokus. Dass unsere Trauer und unser Mitgefühl auch den eigenen Vertreibungsopfern, den eigenen Toten gilt, ist selbstverständlich und kann niemanden wundern.

Mitglieder der Jury sind Dr. Ralph Giordano, Prof. Dr. Peter Glotz, Dr. Otto v. Habsburg, Dr. Klaus Hänsch MdEP, Dr. Helga Hirsch, Milan Horacek MdEP, Prof. Dr. György Konrad, Hilmar Kopper, Dr. Otto Graf Lambsdorff, Dr. Lennart Meri, Erika Steinbach MdB.

31. März 2005

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