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Fakten / Hintergründe
Chronik der Vertreibungen europäischer Völker im 20. Jahrhundert

Flucht, Vertreibungen, erzwungene Umsiedlungen und Deportation haben im vergangenen Jahrhundert weltweit Dutzende Millionen Menschen erfasst. Die Formen waren unterschiedlich.
Doch die Folgen waren für die Überlebenden meist identisch: Verlust der Heimat - zumeist einschließlich des ganzen Eigentums - und der Zwang, sich in einem oft als sehr fremd empfundenen Aufnahmegebiet eine völlig neue Existenz zu schaffen, zerrissene Familien , physische und psychische Folgeschäden - oft für den Rest des Lebens.
Im folgenden werden Vertreibungs- und Deportationsmaßnahmen zunächst tabellarisch erfasst, die auf eine dauerhafte Entfernung großer nationaler und ethnischer Gruppen aus ihren angestammten Wohngebieten abzielten, unabhängig davon, ob diese später entgegen den Absichten ihrer Vertreiber zurückkehren konnten, ferner Fluchtbewegungen aus den angestammten Wohngebieten, die sich später durch Verweigerung der Rückkehr verstetigten, hingegen nicht - im Regelfall kriegsbedingte - Fluchtbewegungen, auf die nach Ende der verursachenden Kämpfe die Rückkehr erfolgen konnte und zumeist erfolgte.
Im Falle mancher Vorgänge und Vertreibungen sind die Zahlen umstritten oder können noch nicht mit letzter Sicherheit angegeben werden.


Zeitraum Zahl der Vertriebenen einschl. Tote Opfergruppe vertrieben durch vertrieben,
deportiert, geflüchtet aus
nach Todes-
opfer

1913/14

250.000

Griechen

Bulgaren, Türken

Thrakien, Anatolien

Griechenland

nicht bekannt

1912/14

Albaner

Serben

Kosovo

Albanien

12.000
- 50.000

1912-14

400.000

Moslems, Türken

Griechen, Serben, Bulgaren

Mazedonien,
West-Thrakien etc.

Anatolien

nicht
bekannt

1913/14

150.000

Bulgaren, Mazedonier

Griechen, Serben, Türken

Mazedonien,
Ost-Thrakien etc.

Bulgarien

nicht
bekannt

Mai 1915 -
Juli 1916

2 Mio.

Armenier

Türken

Osmanisch-
Armenien, Anatolien

Syrien

1,5 Mio.

1915

200.000

Deutsche

Russen

Baltikum, Polen, Wolhynien

Inner-
Rußland

130.000

1918/20

140.000

Deutsche

Franzosen

Elsaß-
Lothringen

Deutschland

-

1919-26

700.000

Deutsche[1]

Polen

Westpreußen, Wartheland, Oberschlesien

Deutschland

nicht
bekannt

1921/26

2 - 2, 2 Mio.

Griechen

Türken, Völkerbund

Kleinasien, Ost-Thrakien

Griechenland

700.000

1923/26

360.000
- 400.000

Türken

Griechen, Völkerbund

Griechenland

Türkei

nicht
bekannt

1933-41

350.000

Juden

Deutsche

Deutschland, Österreich

europäische Länder und alle anderen Kontinente

nicht
bekannt

1939-45

6 Mio.

Juden

Deutsche

Belgien, Bulgarien, Däne-
mark, Deutsch-
land, Estland, Finnland, Frank-
reich, Griechen-
land, Italien, Jugoslawien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Prote-
ktorat Böhmen und Mähren, Rumänien, Slowakei, Sow-
jetunion, Ungarn

europäische Länder und alle anderen Kontinente

5,86 Mio.

Oktober 1939 -
März 1941

460.000

Polen

Deutsche

Westpreußen, Wartheland

“General-
gouvernement”

nicht
bekannt

Februar 1940 - Juni 1941

800.000
- 900.000

Polen, Ukrainer, Juden

Sowjetunion

West-Ukraine,
westliches Weißrußland

Sibirien, Mittelasien etc.

1/4-1/3

Frühjahr 1940

450.000

Finnen

Sowjetunion

West-Karelien

Finnland

nicht
bekannt

Frühjahr 1940ff.

100.000

Franzosen

Deutsche

Elsaß-Lothringen

Frankreich

-

August 1940 - Juni 1941

61.000

Esten

Sowjetunion

Estland

Sibirien, Mittelasien etc.

1/4-1/3

34.000

Letten

Lettland

38.000

Litauer

Litauen

Herbst 1940ff.

200.000

Rumänen

Ungarn

Nord-Siebenbürgen

Rumänien

-

Herbst 1940ff.

160.000

Ungarn

Rumänen

Süd-Siebenbürgen

Ungarn

-

Frühjahr 19 41

47.000

Serben

Ungarn

Batschka/ Wojwodina

Serbien

nicht
bekannt

Frühjahr 1941ff.

162.000
- 230.000

Serben

Kroaten / Bulgaren

Kroatien/ Bosnien, Mazedonien

Serbien

nicht
bekannt

Frühjahr 1941ff.

70.000

Kroaten

Serben / Bulgaren

Serbien, Mazedonien

Kroatien

nicht
bekannt

Frühjahr 1941ff.

60.000

Slowenen

Deutsche

Slowenien

Kroatien, Deutschland

-

Frühjahr 1941ff.

80.000
- 190.000

Griechen

Bulgaren

West-Thrakien, Mazedonien

Griechenland

August 1941 - Juni 1942

900.000

Russland-
deutsche

Sowjetunion

Ukraine,
Wolga-Republik,
Kaukasus etc.

Sibirien, Mittelasien etc.

210.000

je 1/4 -1/3

Dezember 1943

93.000
- 134.000

Kalmücken

Kalmückien

November/ Dezember1943

70.000
- 76.000

Karatschaier

Kuban-Gebiet

Februar/

März 1944

500.000
- 520.000

Tschetschenen,
Inguschen

Tschetschenien

Februar/ März 1944

Inguschetien

Februar/ Oktober 1944

140.000

Ukrainer

Ukraine

März/
April 1944

43.000
- 60.000

Balkaren

Kabardino-
Balkarien

Mai 1944

260.000

Krim-Tataren

Krim-
Halbinsel

Juni 1944

42.000

Griechen, Armenier,
Bulgaren

Krim-
Halbinsel

November 1944

120.000
- 200.000

Mescheten,
Kurden

Georgien

November 1944

32.000

rumänische
Moldawier

Moldawien

1944/45

30.000

Esten

Estland

1944/45

120.000

Letten

Lettland

1944/45

260.000

Litauer

Litauen, Polen

1944

20.000

Albaner

Griechen

Griechenland

Albanien

nicht
bekannt

1944/45

530.000

Ukrainer,
Weißrussen

Polen

Polen

UdSSR

nicht
bekannt

Oktober 1944 -
März 1948

250.000

Finnen

Sowjetunion

West-
Karelien[2]

Finnland

nicht
bekannt

Herbst 1944 - Frühjahr 1949

1.530.000

Polen

West-Ukraine,

westliches Weißrußland

Polen /
Oder-Neiße-
Gebiete

nicht
bekannt

Oktober 1944 - März 1948

200.000

Deutsche

Jugoslawen

Jugoslawien

Deutschland / Österreich

[3] 62.500

Januar/
Februar 1945

75.000

Deutsche

Sowjetunion / Rumänen

Rumänien

UdSSR

11.000

1944 – 1948

* 2.209.000

Deutsche

Polen / Sowjetunion

Ostdeutschland / Ostpreußen

West- / Mitteldeutschland

299.000

1945 - 1948

5.820.000

Deutsche

Polen

Ostdeutschland / Pommern, Ost-
Brandenburg, Schlesien

914.000

1945 – 1948

* 367.000

Deutsche

Polen

Freistaat Danzig

83.000

1945 – 1948

3.159.000

Deutsche

Tschechos-
lowakei

Böhmen, Mähren, Slowakei (CSR)

West- / Mitteldeutschland, Österreich

[4] 238.000

1945 – 1948

* 857.000

Deutsche

Polen

Polen

West- / Mitteldeutschland

185.000

1945 – 1948

320.000

Deutschbalten, Rumänien-
deutsche etc.

Polen / Sowjetunion

Polen, Ostdeutschland

West- / Mitteldeutschland

99.000

1945 – 1948

30.000

Deutschbalten, Rumänien-
deutsche etc.

Sowjetunion

Polen, Ostdeutschland

Sibirien, Mittelasien

10.000

1945 – 1946

280.000

(Russland-)
Deutsche

Sowjetunion,
West-Alliierte

Ostdeutschland

Sibirien, Mittelasien

90.000

Januar
1946 - 1948

* 250.000

Deutsche

Ungarn

Ungarn

Deutschland, Österreich

[5] 6.000

1945 - 1947

300.000

Italiener

Jugoslawen

Istrien, Dalmatien

Italien

30.000

1946 - 1948

80.000

Ungarn

Tschechos-
lowakei

Slowakei

Ungarn

nicht
bekannt

1947

40.000

Tschechen

Sowjetunion

Wolhynien/ UdSSR

Tschechoslowakei

nicht
bekannt

Juli/
August 1947

160.000

Ukrainer

Polen

West-Galizien

Oder-Neiße-
Gebiete

nicht
bekannt

Herbst 1947

75.000

Ukrainer

Sowjetunion

Ukraine

Sibirien, Mittelasien

1/4-1/3

1947 - 1949

140.000

Griechen

Sowjetunion

Krim, Kaukasus

Sibirien, Mittelasien

1/4-1/3

1948/ 1949

60.000

Mazedonier, Griechen

Griechen

Griechenland

Albanien, Osteuropa

nicht
bekannt

Sommer 1949

60.000

Esten

Sowjetunion

Estland

Sibirien, Mittelasien

1/4-1/3

Januar/
Februar 1950

120.000

Rumänen, Moldawier

Sowjetunion

Moldawien

Sibirien, Mittelasien

1/4-1/3

1950/51

160.000

Türken, Moslems

Bulgaren

Bulgarien

Türkei

nicht
bekannt

Juni 1951

40.000

Serben, Rumänen, Deutsche

Rumänen

rumänischem Banat

Baragansteppe / Walachei

nicht
bekannt

Herbst 1956/57

190.000

Ungarn

(Flucht)

Ungarn

West-Europa, USA

-

Juli/
August 1974

200.000

griechische Zyprioten

Türken

Nord-Zypern

Süd-Zypern

3.000

1989

300.000

Türken, Moslems

Bulgaren

Bulgarien

Türkei

400

Juli 1991/92

170.000

Kroaten

Serben

Bosnien, Kroatien

andere Landesteile

1.000

1988 – 1994

230.000

Armenier

Azeris

Aserbaidschan

Armenien / Berg-Karabach

nicht
bekannt

1988 – 1994

190.000

Azeris

Armenier

Armenien/ Berg-Karabach

Aserbaidschan

nicht
bekannt

Sommer 1991 -
Sommer 1995

600.000

Serben

Kroaten, Moslems

Kroatien, Bosnien

Serbien, Montenegro,

andere Landesteile

nicht
bekannt

April 1992 -
Sommer1995

1.200.000

moslemische Bosnier

Serben, Kroaten

Bosnien-
Herzegowina

andere Landesteile, Ausland

150.000

1992 – 1995

150.000

Moslems

Serben

Sandschak / Jugoslawien

andere Landesteile

nicht
bekannt

August 1992/ Dezember 1993

250.000

Georgier

Abchasen

Abchasien / Georgien

Georgien

Oktober/ November1992

70.000

Inguschen

Osseten, Russen

Nord-Ossetien

Inguschien

500

Dezember 1994,
August 1996, September 1999 ff.

230.000

Tschetschenen

Russen

Tschetschenien

andere Landesteile

80.000

dto.

130.000

Tschetschenen

Russen

Tschetschenien

Inguschien

Mai/
August 1995

160.000
- 200.000

Serben

Kroaten

Krajina; Slawonien / Kroatien

Bosnien, Serbien

1.200

Dezember 1998 - Juni 1999

1.250.000

Albaner

Serben

Kosovo

Albanien, Mazedonien, andere Landesteile

10.000

1999 ff.

100.000

Serben, Roma

Albanern

Kosovo

Serbien

nicht
bekannt

* einschl. zus. 640.000 in die UdSSR Deportierter, die bis 1950 zu 37% umkamen (Reichling 29)
1 zum großen Teil eher verdrängt als vertrieben
2 nach erster Vertreibung 1940 vorübergehend zurückgekehrt
3 darunter 2.000 Opfer der Verschleppung in die UdSSR
4 225.000 Sudetendt., 13.000 Karpatendt. in der Slowakei
5 vor allem Opfer der Verschleppung in die UdSSR

Quellen und Literatur

  • Arbeitskreis Dokumentation in der Donauschwäbischen Kulturstiftung: Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien. Die Stationen eines
    Völkermordes, München 1998
  • Dieter Blumenwitz (Hg.): Flucht und Vertreibung, Köln uaO 1987.
  • Katrin Boeckh: Von den Balkankriegen zum Ersten Weltkrieg. Kleinstaatenpolitik und ethnische Selbstbestimmung auf dem Balkan, München 1996.
  • Alfred Bohmann: Menschen und Grenzen. Bd.I: Strukturwandel der deutschen Bevölkerung im polnischen Staats- und Verwaltungsbereich, Bd.II: Bevölkerung und Nationalitäten in Südosteuropa, Bd.III:Struktrurwandel der deutschen Bevölkerung im sowjetischen Staats- und Verwaltungsbereich, Bd.IV: Bevölkerung und Nationalitäten in der Tschechoslowakei, Köln 1969-1975.
  • Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa,Bde.I/1-V, o.O.1953-1961. zit. Dok.
  • Dittmar Dahlmann/Gerhard Hirschfeld(Hg.): Lager, Zwangsarbeit, Vertreibung und Deportation, Essen 1999.
  • Alfred Eisfeld: Die Rußlanddeutschen, München 1992.
  • K. Erik Franzen:Die Vertriebenen. Hitlers letzte Opfer, München 2001.
  • Naira Gelaschwili: Georgien. Ein Paradies in Trümmern, Berlin 1993.
  • gfbv: Gesellschaft für bedrohte Völker
  • Jan Gross: ...und wehe, du hoffst.. Die Sowjetisierung Ostpolens nach dem Hitler-Stalin-Pakt 1939-1941, Freiburg/Br.1988.
  • Günther Häufele: Zwangsumsiedlungen in Polen 1939-1941, in: Dahlmann/Hirschfeld, S.515-533.
  • Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde, Reinbek 1998.
  • Andrzej Paczkowsi: Polen, der "Erbfeind", in: St. Courtois u.a.: Das Schwarzbuch des Kommunismus, München 1998, S.397-429.
  • pogrom. Zeitschrift für bedrohte Völker
  • J. Otto Pohl: Ethnic Cleansing in the USSR, 1937-1949, Westport/London 1999.
  • Georg v.Rauch: Geschichte der baltischen Staaten, München 1977.
  • Peter Rehder (Hg.): Das neue Osteuropa von A-Z, 2. Aufl. ,München 1993.
  • Gerhard Reichling: Die deutschen Vertriebenen in Zahlen. T I: Umsiedler, Verschleppte, Vertriebene, Aussiedler 1940-1985, Bonn 1986.
  • Statistisches Bundesamt (Hg.): Die deutschen Vertreibungsverluste, Stuttgart 1958.
  • Heinz Günter Steinberg: Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland im Zweiten Weltkrieg mit einem Überblick über die Entwicklung von 1945 bis 1990, Bonn 1991
  • Yves Ternon: Der verbrecherische Staat. Völkermord im 20.Jahrhundert, Hamburg 1996.
  • Pavlos Tzermias: Geschichte der Republik Zypern, Tübingen 1991.
  • Steven Béla Várdy/ T. Hunt Tooley(Hg.): Ethnic Cleansing in 20th-Century Europe, New York 2003.
  • Nicolas Werth: Ein Staat gegen sein Volk. Gewalt, Unterdrückung und Terror in der Sowjetunion, in: wie Paczkowski:, S.51-295.
  • Zygmunt Wozniczka: Die Deportationen von Polen in die UdSSR 1939-1945, in: Dahlmann/Hirschfeld: S.535-552.
  • Johann Wuescht: Jugoslawien und das Dritte Reich, Stuttgart 1969.
  • Alfred M.de Zayas: Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen, 10.Aufl., Berlin 1998.

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